Unter´m Strich: Bilanz meiner Lebensreise

Bilanz, wie das schon klingt!? Aber ja, auch eine Reise hat eine Plus- /Minus-Bilanz. Und ich meine jetzt nicht Geld, Finanzen etc… in diesem Artikel mache ich mich blank für euch … ich gebe euch Einblicke in das, was diese Reise mit mir gemacht hat. Auf vielfachen Wunsch ;-), denn die Frage kam oft schon während der Reise …. und jetzt nach der Heimkehr erst recht. Es gab sogar Spekulationen im Vorfeld, wie ich mich wohl verändert haben könnte.

Nun zwei Wochen nach meiner Rückkehr und großer Wiedersehensfreude mit ganz vielen meiner Freunde und meiner Familie freue ich mich auf die Kommentare, die Widerworte oder Bestätigungen für mein „Geständnis“.

 

 

PLUS: was ich gewonnen habe

 

  1. Präsenz

Mein größter Schatz, den ich auf der Reise heben durfte, ist das Gefühl der Präsenz, das Verweilen im Augenblick, der Genuss des Moments. Da sein, wo ich im Moment bin, statt in Gedanken vorauszuschauen oder rückzublicken. Dieses gedankenlose Eintauchen und Innehalten bescherte mir so tiefe Empfindungen und Emotionen. Ich will das nicht mehr missen und auch in meinen Alltag überführen und manifestieren.

 

  1. Selbstsicherheit

Ich war es schon, doch was ich heute, jetzt verspüre ist viel, viel mehr. Ich kann alles schaffen, was ich mir vornehme! Und das fußt auf Erfahrung! Falls es jemals noch mal etwas geben sollte, das mich verunsichert, brauche ich nur an meine Erlebnisse dieses Jahr anzuknüpfen, die Bilder hoch zu holen, mir bewusst werden, was ich alles geschafft habe und bin mit einem Schlag ruhig und sicher.

 

  1. Grundvertrauen

Wie oft habe ich meine Quatschies besiegen dürfen, mit meinen Zweifeln verhandelt, versucht Dinge, Trips oder Aktionen zu planen, zu kontrollieren, damit ja alles funktioniert. Inzwischen weiß ich: alles kommt zur rechten Zeit… und das habe ich über Monate erleben dürfen! Ein so geniales Gefühl!!!! Ich bin stets zur rechten Zeit am rechten Ort. Ich vertraue dem Fluss des Lebens. Lasse los, plane nur noch grob und weiß alles Gute und Schöne wird da sein und sich ergeben.

 

  1. Dankbarkeit

Kann ich gar nicht oft genug sagen! Immer wieder auf meiner Reise habe ich eine tiefe Demut verspürt darüber, wie gut ich/wir es haben… Welch eine Gnade in diesem Land Deutschland zu dieser Zeit leben zu dürfen! Selbst wenn das jetzt auf einem Vergleich beruht, die Frage ist doch, mit wem oder was vergleiche ich mich! Mit den Millionären in Florida (da kann ich mich auch klein und minderwertig fühlen) oder mit den Menschen, Lebensumständen, Versorgungslagen generell. Und ehrlich – egal ob Asien, Australien oder Amerika … Wir hier in Mitteleuropa sind mehr als privilegiert! Und ja, wir haben dazu beigetragen, dann könnten wir doch auch stolz sein, oder? Ich bin zutiefst dankbar für diesen Umstand, an dem ich nur minimal Anteil habe, hier und in dieser Zeit leben zu dürfen und mir derartige „Eskapaden“ wie diese Reise leisten kann (und darauf bin ich stolz, denn das ist allein mein Verdienst!).

 

  1. Gelassenheit

„Layed-back“: das ist für mich der beste Ausdruck für die gewonnene Gelassenheit und innere Ruhe. Wie ein Stau? Tja – egal, mach ich was draus und höre mein Hörbuch. Etwas klappt nicht, lehn dich zurück – irgendwie geht´s weiter, schau dich um, es gibt auch andere Wege. (Und meist war es sogar so, dass Punkt 2 dann einhakte… denn wenn ich einen anderen Weg nahm, nicht weiterkam, etwas verpasst hatte, wurde ich mit soviel schönem Anderen belohnt, dass ich im Nachhinein genau wusste, warum nun eben der Flieger weg war oder ich etwas anderes verbockt hatte).

Ich bin ja selbst Deutsche und mit den gesellschaftlichen Prägungen des Planens und Kontrollierens und des Perfektionismus ausgestattet. Ich sag´s euch – das Leben ist soviel mehr im Fluss, wenn wir loslassen! Alles kann, nichts muss!

 

  1. Offenheit

Ja klar, das, glaube ich, gewinnt jeder, der auf Reisen geht. Was ich gewonnen habe war vorher meine größte Befürchtung! Wie wird das sein, so allein … ???? Zum Beispiel beim Essengehen oder bei Ausflügen etc. Einfach jemanden ansprechen? Konnte ich mir so nicht unbedingt vorstellen….

Tja – und dann kam alles anders. Ich habe soooooo viele tolle Menschen kennen gelernt. Manchmal nur durch mein „anders sein“ (Europäer in Asien). Saß ich irgendwo allein (und das ist mir sogar in China passiert), rief jemand rüber, ob ich mich nicht dazu gesellen wolle. Vielfach ging die Aktion nicht von mir aus, sondern ich wurde eingeladen oder angesprochen! Einfach so – aus dem Nichts. Mit offenen Augen und einem Lächeln im Gesicht bist du nie allein. Wie es in den Wald ruft, so schallt es zurück :-)

 

  1. Beweglichkeit und Kraft

In jederlei Hinsicht. Zunächst einmal körperlich. Nie waren meine Gelenke besser geschmiert, geölt… einfach durch die viele Bewegung! Ich habe vor der Reise gar nicht gewusst was mein Körper (noch) alles kann. Das werde ich mir bewahren!

Und auch meine Muskeln sind so viel ausgeprägter. Das hat bis dato noch kein Fitnesstrainer hingekriegt. Und weil sich ja beides bedingt (wie im Innen, so im Außen) kann mein Denken, mein Geist heute auch schneller Richtungen wechseln, anders denken (was wiederum mit Punkt 5 zusammenhängt). Vor der Reise war da „schaff ich das?“ – nach der Reise ist das: „Ich kann alles schaffen!“ (trotz gewisser körperlicher Einschränkungen).

 

Und das wichtigste überhaupt: Tolle neue Freunde über die ganze Welt verteilt

In der Summe: Erfüllung, innerer Frieden, Stolz und das allumfassende Gefühl der Glückseligkeit auf allen Ebenen. Und all das wirkt und wirkt und wirkt ….

 

MINUS: was ich verloren habe

  1. Angst, Befürchtungen, Selbstzweifel und innere Kritiker – meine Quatschies: brauche ich dir, glaube ich, nicht erklären (gibt ja auch den Blogartikel dazu aus Australien) …. die sind einfach immer stiller geworden, haben sich durch die Realität eines Besseren belehren lassen. Ich bin deswegen nicht übermütig und unvorsichtig, aber ich traue mir soviel mehr zu, ich schaffe das – bei aller gebotenen Vorsicht.

 

  1. Das Interesse an Sachen: noch klarer denn je ist mir Materielles nicht mehr wichtig (klar, werden Kritiker sagen, die hat ja auch alles). Genau. Weil ich alles habe nämlich tolle Freunde, eine bunte Familie, ein Dach über dem Kopf, zu Essen und zu trinken, ist so was wie ein neuer Pulli, noch ein Auto, Schuhe oder oder oder so was von unwichtig geworden. Und nein, ich werde jetzt nicht in ein 1-Zimmer-Appartment ziehen und mit 2 Handvoll Klamotten glücklich sein. Aber ich bin bewusster, was mich wirklich erfüllt. Und das sind immer wieder Begegnungen mit Menschen. Und mein täglicher Cappuccino 😉 – am besten beides zusammen.

 

  1. Lach jetzt nicht, aber es ist so: Gewicht. Keine Ahnung wie viel, ist auch egal…. mein Grundumsatz ist einfach während der Reise soviel höher gewesen, der Stoffwechsel hatte ständig Treibstoff durch die positiven Erlebnisse und Botenstoffausschüttungen. Das hatte übrigens auch sehr positiven Auswirkungen auf meine Gesundheit. Meine körpereigenen Drogen Serotonin und Endorphin haben sich äußerst positiv auf meinen Rheumaverlauf ausgewirkt. Das Intervall meiner Medikamentengaben konnte ich um mehr als 50% ausweiten. Heißt 50% Einsparung für die Krankenkasse (haha), 50% weniger Chemie in meinem Körper. Dafür bin ich unendlich dankbar!!!

 

  1. Der Wunsch nach Vollständigkeit/Perfektion

Ja, typisch ich: wenn schon, dann mach ich was richtig. Mit viel Kraft und Energie wird geplant, abgesichert, doppelt gecheckt. Und dann kommt das Leben und alles ist anders. Ich habe gelernt loszulassen, den Fügungen Raum zu geben, Pläne sein zu lassen und dem Leben seinen Lauf. Alles ist gut und wird gut 😉

 

  1. Das Gefühl kämpfen zu müssen

Ist ein uraltes Gefühl von mir (und hat seine Berechtigung). Und ist jetzt schlichtweg weg. Bye bye … da wein ich keine Träne nach. Was kommt kommt, und was nicht … tja egal. Dann kommt halt was anderes 😉

 

  1. Angst vor dem Alleinsein: es gibt einen großen Unterschied zwischen Einsamkeit (Mangelgefühl) und Alleinsein (Füllegefühl). Einsamkeit ist für viele Menschen ein großer Schmerz, viele flüchten ständig davor in Aktivitäten oder zu Freunden. Selbst Lebenspartner sind oft „Füllstoff“ gegen Einsamkeit. Ja, ich spreche auch aus eigener Erfahrung.

Wer aber mit sich allein in Frieden – zufrieden – sein kann, der ist nie einsam!!!! Sich selbst genug zu sein ist ein Ruhekissen für ein zufriedenes Leben. Und aus meiner Sicht auch die Grundlage erfüllter Beziehungen ohne Erwartungen und Absichten.

 

  1. Tendenzen zum Selbstbetrug

Das kenn ich nur zu gut (und du vielleicht auch)… es läuft grad nicht so rund und du redest dir ein, dass alles gut ist, lässt die Zweifel nicht zu aus Angst etwas oder jemanden zu verlieren. Purer Selbstschutz!!! Doch wirklich erfüllt kann Leben nur sein, wenn du 100% ehrlich mit dir selbst bist! An der Stelle darf es keine Kompromisse geben! OK, ich weiß, das ist nicht einfach und hat natürlich auch seinen Preis. Ich bin durchlässiger, verletzlicher, sensibler geworden. Das könnte jetzt wieder zu einem Schutzmantel des „Schönredens“ führen oder zu einer bedingungslosen Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit mit mir selbst. Ich habe an dieser Stelle deutlich eine Ahnung gewonnen, was authentisch im wahrsten Sinne bedeutet. Ich werde alles daran setzen, diese tiefe Wahrhaftigkeit mit mir selbst zu kultivieren.

 

  1. Angst etwas zu verpassen

Oh ja, das war anfänglich ein Treiber…. erstmal recherchieren, was es alles gibt, planen, wie ich möglichst viel in den Trip kriege, und wenn die Zeit dann zu knapp wurde hadern …. Statt das zu genießen, was sich ergab, hab ich mit Bitterkeit auf das geschaut, was ich nicht sehen könnte! Wie dämlich!!!! Ging aber relativ schnell (bereits in Myanmar), dass ich mich lieber dem Moment gewidmet habe als dem, was alles noch sein könnte. Der Gewinn daraus: siehe Punkt 1 auf der +Liste

 

Weitere Verluste materieller art: 2 Kameras (kaputt), 1 Sonnenbrille, etwa 200 $ durch Betrügereien,

 

By the way. Es gibt sicher einige, die wissen wollen, wie viel mich meine Lebensreise an Geld gekostet hat. Vorweg – es ist nichts gegen den Reingewinn an Lebensqualität! Deshalb wird es keine wirtschaftliche Betrachtung geben. Ich hab eine ungefähre Ziffer im Kopf. Gefühlt hätte ich ein zig-faches ausgegeben für diese Erkenntnisse und die lebensverändernden Eindrücke, hätte ich diese über weitere Persönlichkeitsentwicklungsmassnahmen gewinnen wollen.

 

Und wie auch nach jeder PE-Maßnahme gilt es jetzt die Nachhaltigkeit der Erkenntnisse zu gewährleisten. Ich weiß noch nicht für jeden Punkt ein Ritual oder ein wirksames Mittel… aber ich weiß, dass ich es schaffen werde. Eines meiner wertvollsten Werkzeuge dabei war und ist die JetztApp (www.JetztalsApp.de), die meine Leitsätze, mein Zielbild und die Kultivierung des Trainings täglich unterstützt! Übrigens auch die ganze Reise über…. neue Learnings kamen als neue Leitsätze hinzu. Die Dankbarkeiten werden mir auf ewig emotionale Erinnerungsstücke sein und damit Gute-Laune-Häppchen – jederzeit griffbereit.

Und ja, ich werde auch wieder mein Dankbarkeitsbuch schreiben (das neue ist übrigens in Druck und ist noch vor Weihnachten verfügbar; bitte melden bei Bedarf).

Ein dritter wesentlicher Part ist mein 3 x täglich BS (ihr wisst schon was ich meine)… das werde ich ausbauen. Denn genau das ist die Zeit, in der du zu dir kommst, mit deiner Intuition und deinem Herzen in Berührung und den Frieden in dir (wieder) kultivieren kannst.

Das mit der offen kommunizierten Dankbarkeit anderen gegenüber funktioniert schon ganz von allein (da hat mich letzthin glatt ne Freundin drauf aufmerksam gemacht, weil ich es gar nicht mehr merke). Auch das Komplimente machen (auch Fremden gegenüber), Beachtung schenken / Blickkontakt im Vorübergehen und so vieles mehr Gebende läuft schon.

Ehrlichkeit und Versöhnlichkeit mit mir und anderen – ja, ist verinnerlicht und bereits hier mit positiven Ergebnissen verprobt.

Gelassenheit (konnte ich im Straßenverkehr schon ausprobieren) – läuft.

Das A und O ist jetzt das Dranbleiben, nicht zurückfallen in alte Muster. Und eine Idee dazu ist, meine besten Freunde zu bitten auf mich zu schauen und mich beim kleinsten Anzeichen einer Abweichung aufmerksam zu machen.

Ich bin zuversichtlich!

 

Und unter´m Strich?

Nein ich bin nicht mehr die Selbe. Und auch keine Neue. Mein Leben folgt schon seit 30 Jahren der Analogie des Diamantenschleifens … aus dem Kohlestoffbrocken in meinen 20ern wurde über die Jahre meiner Persönlichkeitsentwicklung immer mehr der wahre Wert, die wertvolle Form der darunter liegenden Kostbarkeit des Steins, bzw. meines Seins sichtbar.

Diese Reise hat viele neue Schliffe hinzugefügt, Glanz und Facetten zu Tage treten lassen und mehr Klarheit in mein Leben gebracht. Es strahlt mehr als zuvor. Ich auch.

Wer weiß: vielleicht waren das die entscheidenden Schliffe, vielleicht sind da immer noch trübe Stellen … ich bin zuversichtlich! Egal wie, das Schleifen und Polieren geht weiter. Denn ich bin Lernende ein Leben lang!

 

Das könnte dich auch interessieren ...

2 Antworten

  1. Andrea zanker sagt:

    Danke, Danke, Danke liebe Marion dass ich dich begleiten durfte.
    Ich kann für mich sehr viel daraus lernen.
    Herzliche Grüße aus Bali
    Andrea