2 Tage im Cape Range National Park … Und das Kopfkino spielt das Lied vom Tod

Ich bin zurück aus den für mich bis dato aufregendsten zwei Tagen meiner Reise (da kommt nur der wilde Trip auf den Goldenen Buddha Felsen annähernd ran). Jetzt denkt ihr wahrscheinlich ich war in der tiefsten Wildnis mit gefährlichen Tieren und so … Oh nein!

Ja, es war wilde, unberührte Natur, ja es gab wilde Tiere (Kängurus in groß und klein, riesige Vögel (nein nicht Emus … war was anderes), Adler, Falken, einen Dingo, sicher auch giftige Schlangen, Echsen, Skorpione und Spinnen – aber all die hab ich gar nicht gesehen …).

Die wildesten Tiere saßen in meinem Kopf! Die Quatschis!!! Kennt ihr die? Die inneren Stimmen, die dir erzählen was geht oder nicht, dass du das eh nicht schaffst oder es eben viel zu gefährlich ist.

Sie redeten mir dauernd drein ;-).

Ich fuhr in den Park, wissend, dass ich keine telefonische Verbindung habe und gleich ging’s los … „Was wenn du ne Panne hast?“

Ich wanderte allein an einer Schlucht entlang mit teils steilen Auf- und Abstiegen und Quatschi alarmierte „wenn du hier abrutschst, findet dich kein Mensch!“

Ich schnorchelte in einer Driftbay (da kann man sich herrlich treiben lassen!) und Quatschi schlug auf die Panikglocke „wenn dich die Aussenströmung mitreißt, bist du verloren!“ (was auch stimmt, da muss man aufpassen).

Meine inneren Hab-Acht-Quatschis waren voll auf Alarm! Hab ich so noch selten erlebt. Und es war deutlich die Erfahrung, die mir zeigte … „Jetzt bist du weit aus der Komfortzone raus!“ Gut so – das ist das tolle an der Reise. Ich erweitere meine Komfortzone um Lichtjahre. „Tu, wovor du Angst hast und die Angst stirbt einen sicheren Tod“. Das war stets einer meiner Ermutigungs-Sätze. Jep – did it.

Ich weiß ja auch, dass all meine Alarm-Quatschis es nur gut mit mir meinen. Sie sichern mein Überleben. Das ist ihre Aufgabe im evolutionären Programm. Und bisher passten solche Eskapaden eben (noch) nicht ins Überlebensschema (da drin steckte bisher eben zivilisierter Urlaub mit Telefon, Dusche, Licht und der Möglichkeit jederzeit Hilfe zu holen … Ich sag nur ADAC Schutzbrief)  oder eben das Reisen zu Zweit, was ja auch immer mindestens eine Fallback-Option beinhaltet ;-).

Quatschi durfte also dazulernen! Es geht auch prima ohne das eine und/oder andere … Yeah! Ich lebe noch.

Natürlich waren alle Quatschi-Szenarien völlig übertrieben. Doch wie gesagt: Quatschi verfolgte ja eine gute Absicht! Auf mich acht zu geben! Also habe ich ihm, sobald er wieder laut wurde, herzlich gedankt für seine Achtsamkeit und bin entsprechend sorgsam gewesen.

Das Gute an der Erfahrung: beim nächsten Mal hat Quatschi Referenzwerte: „… hat sie damals hingekriegt, kriegt sie wieder hin!“ Und ist dann schon leiser. Und wenn er doch wieder alarmiert, kann ich ihm bewusst auf die Sprünge helfen … Und ihm sagen: „damals im Cape Range Nationalpark im Nord-Westen Australiens hat auch alles bestens geklappt.“

Genau so geht übrigens jede Glaubenssatz-Veränderung. Tu wovor du Angst hast (oder eben den Glauben es nicht zu können oder was auch immer) und du hast deine inneren Begrenzungen erweitert. Und das verschafft dir neue Spielräume und Handlungsmöglichkeiten! Wahrhaftig.

 

P.S.: grad im Moment spielt wieder das Lied vom … na ihr wisst schon. Für morgen habe ich nämlich eine Whaleshark-Tour gebucht. Schnorcheln neben diesen riesigen Tieren, die hier bis zu 15 Metern lang werden! Ich habe „Muffensausen“. Also – falls ihr nichts mehr von mir hört, bin ich im Schlund dieser Riesentiere verschwunden und lebe fortan in dem Bauch eines Wales (war das bei Moby Dick?) …. allerdings vermutlich ohne Handy-Empfang ;-)

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1 Antwort

  1. Die Quatschis sind auch die verletzten inneren Kinder um die wir uns kümmern sollen sowie die Samen die uns durch die Generationen mit auf den Weg gegeben worden sind. Sie verbinden uns nicht nur mit unserem Mut oder unserer Angst, sondern auch mit Verhaltensweisen, Ängsten und Leid unserer Vorfahren. Durch achtsames wahrnehmen und liebevollem in den Arm nehmen, können wir dies transformieren. Damit befreien wir nicht nur uns, sondern auch unserer Vorfahren.
    Wir sind niemals ganz allein unterwegs. Denn wir sind immer mit allem und allen verbunden.
    So wie wir jetzt auch ;-)