Myanmar – eine Bilderbuchreise (Fortsetzung)

Endlich dir Fortsetzung in Text und Bild – eine fantastische Reise durch das Land des Lächelns….

 

Freitag 15. Januar,

Von Pyin Oo Lwin geht´s mit dem shared Taxi nach Mandalay… 3 Mayanmar und eine Münchnerin (Sahar – Jüngerin des Baghwan und channelt heute in München) teilen sich mit mir das Taxi – für 4 Euro über 60 km! Cool!!! Wir tauschen uns noch aus…Sahar ist weitgereist und hat ein paar Tipps für mich – unter anderem mit dem Boot nach Bagan statt mit dem Bus. Yes! Das mache ich. Im Hotel angekommen – ein wundervolles kleines, familiengeführtes Guesthouse ruhe ich erstmal ein wenig, Obst essen, lesen, ankommen. Um 3 Uhr geht´s los mit dem Motorbike-Taxi: zur Mahamundi Pagode – ein wundervolles Gebäude in Rot und Gold. Ich verliere mich in den Details der Pagode, den wundervollen Ornamenten, dem schönen Licht.

Weiter dann zum Mandalay Hill mit der riesigen Pagode oben auf – und 2.000 Stufen!!! Ich hechle ganz schön, etwa auf der Hälfte sitzen zwei Mönche. Ich frage, ob ich sie fotografieren darf und zeige ihnen das Foto, woraufhin sie mich einladen mit ihnen hochzugehen. Sie gehen diesen Weg täglich 2 mal zum Beten! Kein Wunder gut trainiert! Sie fragen mich aus über Deutschland (leider verstehe ich das Englisch etwas schwer…) und wir haben Spaß, weil wieder einmal meine Größe überall zu Gegacker führt. Oben angekommen – gerade zur rechten Zeit – spiegelt sich die untergehende Sonne rötlich in all den Spiegelmosaiken, mit der die Pagode dekoriert ist – der helle Wahnsinn – so schön! Hier sind natürlich viele Touristen, aber es ist ganz friedlich, gelassen, alle sind froh, die Mönche (und hier sind richtig viele) erzählen, erklären, fragen… eine tolle Stimmung! Ich genieße die Atmosphäre und schönen Motive.

Wieder hinunter die 2.000 Stufen geht es zurück mit meinem Fahrer ins Hotel – wunderbar. Gerade ist es Dunkel geworden. Ich bestelle mit Fried Noodles und ein Bier und beschließe den Abend vor meinem Zimmer auf der Terrasse genüsslich im mich versenken in meine heutigen Fotos!

 

Samstag 16. Januar

Den Morgen beginne ich mit dem gleichen Fahrer von gestern … er bringt mich per Motorbike zum Kaiserpalast. Zumindest vor die dicken Mauern ;-) … danach nehme ich mir ein Rad, denn jede Seite des quadratischen Areals misst 2 km! Das will ich nicht ablaufen ;-)… auf meinem Weg zum Innersten komme ich am Exerzierplatz vorbei, wo die Kapelle ihre Morgenübung abhält… echt lustig – wie Marionetten marschieren sie bei Blasmusik im Takt. Der Palast selbst ist eigentlich nicht so spannend, viele leere Gebäude, lediglich im hintersten ist ein Museum mit Kutschen, Kleidungsstücken und besonderen Gebrauchsgegenständen. Aber es gibt einen Aussichtsturm, den ich natülich entere … es sind ja keine 1.729 Stufen wie auf den Mandalay Hill am Vortag. Oben angekommen bin ich wieder mal das beliebteste Fotomotiv für die dort anwesende Mädelstruppe, die kichernd ihre Gruppenfotos mit Marion schießen.

Vom Kaiserpalast geht es zum kaiserlichen Kloster, dem Golden Palace Monastery (Shwenandaw Kyaung), das vollkommen aus Holz gebaut und mit wundervollen figürlichen Holzschnitzereien versehen ist. Beeindruckend (mit Ausnahme der chinesischen Touris, die sich darin wie die Banausen aufführen). Im Anschluss fahren wir um´s Eck zum größten Buch der Welt – der Kuthodaw Pagoda. Während ich noch das Buch suche, dämmert es mir und eine nette Myanmar erklärt mir …

Jede Seite des Buches steht in einer eigenen kleinen Stupa! Will heißen die 729 aus weißem Marmor bestehenden Pavillions enthalten also insgesamt 729 Seiten „Lehren des Buddha“. Ein ganz besonderes Fotomotiv – ich kann gar nicht genug bekommen von der symmetrischen Anlage in weiß und gold.

Nachmittags mache ich mit mit meiner Führerin per Auto auf den Weg auf die andere Seite des Flusses- Sagaing und Amarapura: das buddhistische Zentrum Myanmars. Hier sind zig Pagoden, Klöster und auch die buddhistische Universität zentral zusammen in der schönen Hügellandschaft eingebettet. Jede Pagode ist mit der anderen durch überdachte Treppengänge verbunden. In den Klöstern leben 200 bis 500 Nonne bzw. Mönchen und Novizen unter strengsten Regeln. Wer hier lebt will definitiv Mönch werden und wird nach seiner 7-jährigen Ausbildung ins Land entsandt, um Kinder zu unterrichten oder in anderen Klöstern zu dienen. Der Dekan der Uni ist übrigens sehr viel in USA und genießt höchstes Ansehen unter allen Buddhistischen Gemeinden der Welt.

Nach diesen vielen Heiligtümern (allerdings gewürzt durch wundervolle Blicke ins Umland) geht es dann noch zum Sunset und Sundowner an die U-Bein Bridge, eine alte Holzbrücke vom Ufer des Sees zu einer kleinen Insel, auf der wiederum ein Kloster liegt. Mit einem Bier, lokalen Snacks und einer – zwar touristischen, aber sehr relaxten Atmosphäre – kann die Sonne in Ruhe unter Beobachtung am Horizont versinken. Ein wundervoller Ort für den Abschluss eines reichen Tages.

 

Sonntag 17. Januar

Früh raus – das Boot wartet! Ich fahre mit dem Schiff von Mandalay nach Bagan auf dem Aye Yarwaddy River. Es soll 9 Stunden dauern, schlussendlich waren es fast 12. Sehr relaxt, angereichert mit schönen Ausblicken auf diesen riesigen Flusslauf, seine riesigen Sandbänke um die das Schiff im Zickzackkurs den Fluss hinunterfuhr und die weite Landschaft – flach bis zum Horizont. Wir haben uns oft gefragt, wie diese Gegend wohl bei Hochwasser aussieht, denn es deutlich, wie sehr der Fluß die Ufer malträtiert bzw sich ins Land hinein ausweitet.

Wundervolle Gespräche mit Anna und ihrem Papa, Ron und Anne aus British Columbia, dem weitgereisten älteren Herrn aus Utah, mit dem Österreichischen Faxenmacher, der seinen britischen Mitreisenden auf der Straße aufgeklaubt hat. Wir hatten viel Spaß und ich habe einen Sack neuer Tipps und gar Einladungen.

Und dann das schöne Hotel und ein feines BBQ in der Nebenstraße in einem typischen Myanmar Beer-Restaurant (wo übrigens irgendein europäisches Fußballspiel lief… wahrscheinlich Champions League oder so).

Well done – Reisen bildet: heute wieder mal mehr als bewiesen!

 

18./19. Januar: Bagan

Was für ein Weltwunder – für mich!!! Bagan: eine Ansammlung von alten Tempelanlage – teils runtergekommen, teils restauriert, teils als Gebetsstätte in Gebrauch, teils als schönes Monument vergangener Zeiten in die Landschaft gesprengelt… Pagoden, Stupas, Tempel, soweit das Auge reicht! Unglaublich diese Gegend…. ich bin komplett überwältigt! Gegen diese Ansammlung antiker Stätten ist alles, was ich bisher gesehen habe klein. Ankor Wat in Kambodscha, die Kmehr Tempel in Vietnam – schön aber dagegen doch eher überschaubar. Bagan ist einzigartig! Umwerfend.

Ich fahre mit meinem E-Bike also los (und bin froh darum, denn es ist heiß hier, trocken heiß). Alle 100 Meter lockt eine Stupa zum Anhalten, ich biege ab zu einem der mir empfohlenen Anlagen. Und kann es kaum glauben… mir kommen Kuh-Gefährte entgegen… zweirädrige Wagen, vollgeladen und von zwei Kühen gezogen… ein Bild wie aus einer anderen Zeit und Welt. Fasziniert genieße ich den Vorbeizug der Karavane. Der Sandstraße folgend gelange ich zu verschiedenen Pagoden und schlussendlich in ein Dorf… nur Einheimische, Höfe mit Hühnern, Schweinen, Ziegen und ja – Kühen – meist weiß oder grau mit dem Buckel, den ich schon aus Indien kenne… es ist so ein Idyll, unendlich schön. Weiter geht´s auf die Straße Richtung Neu-Bagan. Hier laden mich weißgetünchte Tempel und Ziegelanlagen zum abbiegen und verweilen ein… jede hat ihren Charme. Seien es die wundervollen Fresken an der Fassaden oder die Wandgeschichten-Malereien im Inneren… jede Stupa hat ihre eigene Ausdrucksform und Anziehungskraft. Mein Vormittagsprogramm beende ich an der von außen besteigbaren, weißen Sunset-Pagode – hier versammeln sich alle zum Sonnenuntergang. Als ich die vielen, sehr hohen Treppen hinaufgestiegen bin, weiß ich warum … der Blick ist unbeschreiblich! Rundum ragen die unterschiedlichen Formen Stupas und Tempel- oder Klosteranlagen aus der Landschaft, die grün mit Bäumen und Palmen bewachsen ist, hervor. Überwältigend! Hier will ich auch zum Sunset sein … doch es wird anders kommen ;-)

Nach einem entspannten Mittagsbreak im Hotel mit Salat und einer kleinen Arbeitseinheit (Telefoncoaching eines meiner Kunden), mache ich mich erneut auf den Weg und entdecke neue, wunderschöne Tempel, Pagoden und Anlagen auf meinem Weg nach Alt-Bagan – bis, ja bis – das E-Bike zu stottern beginnt… ups. Die Batterie ist alle!!! Ich schffe es gerade noch bis in die nächste Ansiedlung, dann ist endgültig Schluss. Zum treten ist das Ding einfach zu schwerfällig… es ist eher so eine Art E-Mofa. Also – was tun?

Ich wollte auf keinen Fall den Sunset verpassen, wenn schon nicht auf der Pagode. Der Fluss ist hier nicht weit! Also zu Fuß Richtung Fluss. Auf dem Weg quere ich einen Acker… es sind vielmehr Schollen von trockener Erde, auf die ich meine Füße setze. Darauf einzelne kleine Anpflanzungen… hier sieht man, wie trocken dieses Land ist – erschütternd, wenn man weiß, dass dies der Boden ist, von dem sich die Menschen ernähren – andererseits wundervolle Fotos…. Ganze allein genieße ich die Aussicht auf die rotglühende Sonne, wie sie sich hinter den Bergen verabschiedet auf meinem Weg zum Fluss. Ein wundervoller Abschluss – wenn auch anders als geplant.

Zurück in dem kleinen Ort frage ich einige Einheimische, ob sie mich zurück in meine Ort Nyaung-U fahren können… doch keiner versteht genug Englisch oder winkt ab. Ein letztes Touristenpaar ist noch auf dem Parkplatz. Beherzt frage ich, ob sie mich mich mitnehmen können – und oh Freude: ja gerne, zumindest bis Neu-Bagan. Als ich mit dem Fahrer spreche , erfahre ich, dass er in „meinem“ Ort wohnt unweit des Hotels und mich gerne mitnimmt… „was es kosten würde“ frage ich, er sagt „whatever you want, we Myanmars are helpful people“ – YES, they are… das durfte ich bereits mehrfach erfahren!

Dem Radverleih habe ich über die Rezeption Bescheid geben lassen, wo er sein Bike abholen kann und habe mir im Anschluss ein wundervolles Abendessen im Hotel gegönnt… Spaghetti Bolognese, etwas asiatisch angehaucht, aber ganz wunderbar, mit einem feinen Glas Weißwein aus Redwood, dem Weinanbaugebiet am Inle-See, das ich mir in den nächsten tagen genauer ansehen werde.

Am Ende ist alles gut ;-))

  1. Januar: Inle See

 

7 Stunden Überland-Bus … ein Erlebnis! Zwischendrin 2 Pausen zum Beinevertreten und Füssigkeit loswerden… natürlich an Shops bzw. Restaurants. Die Local People essen dann heisse Fischsuppe. Mir war´s nicht danach… Der Bus fährt schlingernd über Pass-Straßen – beim Überholen geht´s links tief den Berg hinunter und für 2 Autos ist es schon eng, für einen Bus und einen LKW – kannst du dir vorstellen. Eine Haarnadelkurve nach der anderen… Ich glaube mehr als einen Schnitt von 40 km/Std. haben wir nicht zusammengebracht! Abenteuerlich… und Klasse! Ich möchte es nicht missen… habe immer wieder geschlafen – man fühlt sich da ja wie ein Kind in der Wiege – mal rechts, mal links geschaukelt.

 

Ankunft in Nyaung Shwe teile ich mir ein Lasten-Tuk Tuk mit 4 anderen… jeder will in ein anderes Hotel. Doch alles funktioniert auch hier wieder – für ganze 1000 Kyatt (entspricht etwa 80 Cent). Ach ja – zum Geld überhaupt. Du hast hier viel Papier in der Hand… 5.000 Kyatt sind gerade mal 3,54 Euro. Dafür bekommst du ordentlich was zu essen! Ein Liter Myanmar Bier kostet 2.500 Kyatt. Trinkgeld unter einem 1.000 Kyatt Schein ist eine Beleidigung. Ein Zimmer kostet zwischen 25 und 55 Dollar pro Nacht – also mehr als leistbar! Das teuerste bisher war der Eintritt nach Bagan mit 25.000 Kyatt (17,68 Euro). Und jeden Cent wert!

 

Inle Lake… ich hatte schon gehört, dass die Ostseite des Sees wunderbar zu Radeln ist – also los: das Hotel hat dazu noch sehr gute Mountainbikes zu vermieten für 7.500 Kyatt am Tag. Sattel hochgeschraubt und los geht´s am Kanal Richtung See. Dank meiner gesammelten Tipps weiß ich auch, dass auf dieser Seite die Winery ist – als Myanmars erstes Weingut mit dem hervorragenden Sauvignon Blanc, den ich bereits in Pyin Oo Lwin verkostet habe. Das wird mein Sundowner-Ziel…. und so ist es dann auch… die Strecke ist wundervoll – führt an Reis- und Gemüsefeldern vorbei, zu Klöstern in Bambushainen. Immer wieder entlang des Kanals in dem Wasserhyazinthen in Polstern schwimmen. Die vorbeifahrenden schmalen Holzboote wirbeln mit ihrem Motor Wasserfontainen auf, was sehr schön aussieht (und entgegenkommende Bootsinsassen ein wenig einregnet ;-).

 

Gegen vier Uhr radle ich den Berg hinauf zum Redmountain-Weingut, ein Tuktuk mit 6 singenden, grölenden Mädels kommt den Berg herunter mir entgegen. Als ich mein Radl abstelle schwant mir – hier bin ich nicht allein ;-) es ist wie eine Besenwirtschaft auf dem Berg in Österreich. Allesamt Touristen sitzen an schweren Holztischen auf Bänken um eine Vielzahl von Flaschen und Gläsern herum… es herrscht eine gelöst, lässige Stimmung (die sitzen hier vermutlich schon länger). Am Nebentisch packt jemand eine Gitarre aus, der ganze Tisch singt und summt Lagerfeuerlieder. Ich unterhalte mich mit zwei Jungs aus Maine… und genieße mein Glas Sauvignon Blanc in die untergehende Sonne, die sich rötlich hinter den Bergen versenkt… was für ein bezaubernder Moment. Langsam verfärbt sich der Himmel von Orange über Lila ins Dunkelblau… es wird Zeit aufzubrechen! Heute ist der erste Einsatz meiner Stirnlampe angesagt (danke an Alex und Nicole), denn es ist mit einem Schlag stockfinster! Zurück im Ort finde ich erstmal mein Hotel nicht wieder… alle Straßen sehen sich ähnlich, aber wie immer – in Myanmar wird dir geholfen! Noch ein lecker Abendessen im Mr. Cook und ich habe genug Bettschwere für ein frühes zu Bett gehen. Morgen geht´s auf den See hinaus – per Boot!

 

  1. Januar

Die Sonne steht schon hoch um halb neun, als es losgeht. Mit meiner Führerin …. denn ich will hinein in die Dörfer – going local. Wir fahren zunächst mit dem Boot den Kanal entlang, dann hinaus auf den See … es ist frisch mit dem Fahrtwind und ich bin froh mein Tuch und die Jacke eingesteckt zu haben (wusste ich schon dank der Tipps früherer Mitreisender).

Erste Station ist ein lokaler Markt. Hier kommen die Bewohner aller umliegenden Shan-Dörfer zusammen um alle 5 Tage ihre Ware entweder feil zu bieten oder eben Großeinkauf zu machen. Zuzu meine Führerin erklärt mir die lokalen Gemüse reifen fast alle auf den schwimmenden Gärten, die Fische werde von den lokalen Fischern gefangen. Es sieht wie immer alles sehr appetitlich aus! Es herrscht reges Treiben, ernsthaftes Feilschen und lautstarkes Begrüßen, bekakeln und sich wieder treffen… denn der Markt ist auch und vor allem lokales Nachrichtenmagazin, Heiratsanbahnungsinstitut, Verwandtschaftstreffen, es wird gemeinsam gegessen und gehandelt. Ein buntes Treiben – inzwischen natürlich auch Touristenattraktion – ich bin also zwar nicht allein „Ausländer“ – dennoch verlieren sich die wenigen hier im Gemenge… Ein schönes buntes Treiben und zu kaufen gibt es alles – von der Unterhose bis zu Baumaterial, von Lebensmitteln bis zu Spirituosen und natürlich Bethel und die lokal gedrehten Zigarren. Übrigens lecker… ich hab mal eine probiert. Schmeckt natürlich – die Hülle ist ein grünes Blatt (Name hab ich vergessen aber natürlich getrocknet, drinnen sehr leichter Tabak, der Filter ist aus Schilfblättern gerollt).

Die Gesichter der Menschen hier sind anders – gegerbter, ernster, vom Leben an der frischen Luft und dem Seeklima gegerbt. Ausdrucksvoll, ernsthaft. Übrigens sind es wieder Shan – ich bin hier im südlichen Teil des Shan-Staates (wenn es denn mal ein eigener wird, wie versprochen).

Weiter geht es mit dem Boot in ein Fischerdorf im See. Die Häuser stehen hier auf hohen Bambus-Stelzen (anders als die schwimmenden Dörfer in Vietnam). Der Ort ist mit allem ausgestattet, was es braucht. Einen kleinen Laden, Bauunternehmen, Schule, Kindergarten, selbst ein Fußballfeld. Zwischen den Häusern besucht man sich via kleinen schmalen Holzbooten, jedes Haus hat einen Anleger, von dem eine Bambustreppe zum Hausniveau hinaufführt. Kunstvoll sind sie die Häuser – alles aus Bambus und Schilf. Je nach Belag und Anstrich halten die Wandmatten bis zu 7 Jahren, ebenso die Dächer. Die Bodenbeläge sind flache Bambusfächer (sprich das Rohr wird in dünne Streifen gesagt und flach aufgefächert). An jedem Haus steht etwas abseits ein Toiletten- bzw. Waschhaus angebaut über einen Steg. Es ist sehr friedlich und gemeinschaftlich anzusehen, das Treiben hier … auch weil alles sehr leise von statten geht, kein Motorenlärm, höchstens mal das Paddel einer Nachbarin, die vorbeigleitet.

Dank Zuzu gibt es ein Mittag-Essen auf der Hausterrasse einer Shan-Familie und wir besuchen einen Familienbetrieb Zigarrendreherei (Schwester, Schwägerin, Tante … alle drehen fleißig Zigarren). Wohlgenährt geht´s zurück – zunächst durch die schwimmenden Gärten auf dem See. Grafisch angelegt sind hier über Generationen fruchtbare Böden auf schwimmendem Untergrund aufgetragen worden. Im Moment ist zwar so gut wie alles abgeerntet – aber ich sehe noch die Reihen an Tomatenstauden, die an Bambusstöcken festgehalten sind und reichlich tragen. Auch Blumen, Kürbis und vieles an Blattgemüse (das ich nicht kenne), wächst hier. Bewirtschaftet wird alles von schmalen Booten aus, die durch die Kanäle zwischen den schwimmenden Beeten gestakt werden. So wird gepflanzt, gehegt und geerntet. Eindrucksvoll!

Über den See fahrend begegnen wir immer wieder Fischern, die auf einem Bein stehend am hintersten Rand ihres schmalen Holzbootes balancieren, mit dem anderen Bein rudern und beide Hände nutzen um Reusen oder Netze auszuwerfen oder einzuholen. Eine Art zu Fischen, wie es sie nur hier gibt und die seit Generationen gepfelgt wird. Wie das entstanden ist – keine Ahnung. Praktisch ist es allemal, weil eben beide Hände frei sind. Doch wenn ich daran denke, wie schwankend ich schon auf festem Boden den Baum im Yoga kaum hinbekomme, will ich das hier mal gar nicht erst ausprobieren. Eine ausgeprägte Balancefähigkeit ist hier wohl bereits genetisches Erbgut! Ich genieße die majestätischen Bewegungen und wundervollen Schattenrisse der Fischer und ihrer Boote in der tiefstehenden Sonne über dem See und bin zutiefst erfüllt von diesem wieder einmaligen Tag im einzigartigen Herzen Myanmars.

 

  1. Januar: Ngapali Beach ruft!!!

Nur 1 Stunde Flug und du bist im nächsten Paradies! Der Strand an der Westküste des Landes… ich komme gerade zurecht zu einem einzigartigen Sonnenuntergang in der kleinen Bucht hier… das Resort ist ein Traum, Sue, die englische Managerin begrüßt mich persönlich. Ein gepflegter Garten wird umringt von Bungalows und dem Restaurant zum Meer hin… wow! Schöner geht nimmer. Mein Zimmer liegt zwar mit dem Blick in den Garten, aber das Meeresrauschen ist deutlich vernehmbar. Ich bin hin und weg, setze mich auf die Terrasse, nutze das Sundowner-Angebot „buy one get one free“ und genieße meine Whiskey-Sour angesichts des Sonnenuntergangs-Spektakels.

Die Bucht ist etwa 1,5 km lang, gebogen und wird abgeschlossen an beiden Seiten je durch einen Hügel. Du kommst dir hier vor wie Castaway – nur die Fischerkinder spielen am Strand, einige streunende Hunde. Der weiße Strand, das türkisfarbene Wasser, in dem einige Fischerboote vor Anker liegen und der traumhaften Kulisse das Tüpfelchen auf´s i setzen. Der gesamte Strand ist gesäumt von riesigen Kokospalmen die sich ihm entgegenrecken und den Fischern, die darunter ihre Netze mit dem Fang ausgebreitet haben, Schatten spenden. Eine Bilderbuchkulisse … ja und dann eben noch dieser spektakuläre Sonnenuntergang – gekrönt von einem leckeren Abendmahl auf der Hotelterrasse unter orangenen balinesischen Schirmchen, bei Kerzenschein und Fackellicht am Strand. Ich glaub ich träum!!!

 

  1. Januar

Ich leihe mir wieder ein Rad, denn hier ist alles flach, also radeln kein Thema, und fahre die gesamte Küstenstraße bis zur untersten Spitze ab… Natürlich nicht ohne an jedem Abzweig zum Strand runter zu laufen. Etwa 2 km nach „meinem“ Strand beginnt der eigentliche Ngapali Beach…. mindestens 7-8 km (schätzungsweise – wers genau wissen will google – ich hab hier kein Wifi ;-)) – ebenfalls sichelförmig angelegt, weißer Sand, Kokospalmen, Fischerböötchen … und ja – ein wenig mehr Schirme und Liegen – denn hier reihen sich schon so einige Resorts aneinander. ABER – das ist echt total harmlos!

Ganz am Endes sehe ich Pearl-Island und davor eine kleine Landzunge… da will ich hin. Gesagt, getan – ein Mittagessen am Pleasent View – wie passend! Von hier aus gen Süden sind ganz viele Fischerdörfer und –boote… und dazwischen eine Pagode auf einem Felsen im Wasser. Sicherlich nur bei Ebbe erreichbar – ich habe gerade ansteigende Flut – also keine Chance. Aber ich laufe durch all die emsigen Fischer, die nun geschäftig ihre Boote bereit machen zum Auslaufen. Daneben sortieren die Fischerfrauen die kleinen Fischlein auf den ausgelegten blauen Netzen… die großen ins Körbchen, die kleinen bleiben liegen … sie werden anschließend aus dem Netz geklopft und in große Körbe gekippt. Wie ich schon am Inlesee erfahren habe, sind sie Fischfutter oder dienen als Grundlage für Soßen. Hier wohl eher der Fall, den Fischzuchten habe ich hier keine gesehen. Es herrscht eine schöne Stimmung hier – immer wieder werde ich herzlich begrüßt, einmal sogar in ein Fußballspiel von Kindern einbezogen. So schön…

Nach einer weiteren guten Stunde meines berühmten „blöd schauens“ auf Meer und Treiben mache ich mich auf den Rückweg… und promt platzt der Reifen auf halber Strecke. Haha – mit den Rädern hier hab ich´s nicht so ;-) Also zurückschieben. Was mir einigen Hohn und Gekicher der Dorfbewohner einbringt.

 

  1. Januar

Faultag am Strand – nebenan in der Strandbar treffe ich einen jungen Mann aus Nürnberg – weitgereist durch Süd-Ost-Asien. Auch er weiß mir wieder gute Hinweise auch für die Fortsetzung meiner Reise in Thailand – oder wohin mich der Wind tragen wird.

Dann lass ich mich noch Ganzkörper-Durchmassieren (wow!) und relaxe den Rest des Tages bei Lesen … und ja – jetzt schreiben. Heute Abend gönn ich mir noch mal ein lecker Essen hier.

Noch was zu „hier“: die Yoma Cherry Lodge ist eine kleine Anlage mit Sinn und Verstand. Sie steht unter englischer Leitung, wie ich schon sagte. Nun – die Engländer haben hier ja Geschichte – Kolonialgeschichte …

Hier gefällt mir das ganzheitliche, integrative Konzept: das ganze ist natürlich ein Wirtschaftsbetrieb UND – und das ist das tolle – er wird gespeist durch Spender aus England, die damit eine komplette Schule (von Vorschule bis Grundschule) betreiben sowie eine kostenlose medizinische Versorgung für dieses Dorf. Die Idee ist doppel-sinnig: einerseits wird von frühen Kinderbeinen an in Bildung und das natürlich auch in englischer Sprache investiert, woraus die Mitarbeiter für das Hotel etc. rekrutiert werden können. Mit der Bildung, die hier kostenlos angeboten wird, wird auch Umweltschutz gelehrt – das hier ist das erste Dorf mit Mülleimern – und damit echt sauber!!! Das oberste Ziel der englischen Stiftung ist ein sozial- und umweltverträglicher Tourismus – und das gelingt hier deutlich sichtbar! Ich wünschte dieses Beispiel würde Schule machen und das Land sich damit einen nachhaltigen Tourismus erschließen. Leider sind bereits gegenteilige Zeichen sichtbar.

Ich genieße jetzt noch einen schönen Sundowner auf der Terasse, anschließend ein feines Abendessen… morgen geht es weiter – erstmal zurück nach Yangon, dann ganz gemach mit dem Zug in den Süden zum goldenen Buddha-Felsen und den gefluteten Reisterrassen.

 

Zwischenstation Yangon nach dem Beach

Sonntag 24.1.

Es war ein herzlicher Abschied von der Yoma Cherry Lodge und Sue, der Managerin… alle winkten und ich bekam den extra Shuttle-Truck in royalblau mit Fischlis…

Good bye – wir sehen uns wieder!

 

Yangon begrüßt mich in sonntäglich relaxter Stimmung. Ich laufe durch die Straßen, entdecke Motive, wie sie sicher nur hier zu finden sind: enge Straßen mit 4-5 stöckigen Häusern bebaut, geziert mit Wäsche an jedem Fenster und einem unbeschreiblichen Kabelgewirr. Familien machen Ausflüge zu 5 und 6 auf dem Mofa mit Seitenwagen, schlafende Rikschafahrer am Straßenrand… mein Ziel: der Stadtsee mit seinen vielen Brücken und Inselchen. Dort angekommen raste ich erstmal im Schatten – denn es ist heiß, sehr heiß! – und beobachte die Familien beim Sonntagsspaziergang, die Pärchen und Mönchgruppen, die beschirmt dahinwandeln… ein Idyll.

Auf der Mitte meines Weges liegt das Garden-Bistro – der perfekte Ort für einen kleinen Snack und siehe da – einen leckeren Cappuccino! Danach wird es Zeit zum Sunset-Point loszumaschieren… ich komme zur rechten Zeit. Ein reges Treiben herrscht auf der Aussichtplattform: eine Band macht Musik, eine Jugendgruppe turnt, junge Männer essen und reden, Familien und Pärchen tummeln sich. Die Sonne neigt sich – und wie immer, wenn sie am Horizont verschwunden ist, verschwinden auch die Einheimischen (angeborene Furcht vor Dunkelheit?). Ich und noch zwei, drei Fotografen bleiben … denn wir wissen: das Licht wird immer noch schöner! Irgendwann kommt bimmelnd der Parkwächter und will uns vertreiben. Zwei bleiben – ein Slowene, mit dem ich mich dann auch zusammentue und ich. Er ist Unternehmer und macht seit Jahren im Winter stets 6 Monate Urlaub in Süd-Ost-Asien, hat alles verkauft und aufgeben, was ihn „immobil“ macht und reist für sein Leben gern! Sein Fahrer hibbelt schon rum, doch er wird genötigt zu bleiben, da wir uns nicht von der Stelle rühren. Und es lohnt sich – sehr!!! Die Shwedagon-Pagode in wechselndem Himmelfarbenspiel!

Alexej nimmt mich dann mit dem Auto mit in die Stadt, wo ich mir zum krönenden Abschluß die Skybar gönne mit Blick über die ganze Stadt.

 

Montag 25.1. – früh raus – mit dem Zug nach Mawlamyine

10 Stunden heißer Ritt im schlingernden, rumpelnden Zug durch wundervolle weite Reis- und Erdnussfelder, gerahmt von Hügelketten… dennoch anstrengend trotz netter Mitreisender. Zwei Koreanerinnen aus Berlin und ein paar local people, die sich sehr über uns amüsieren und mit allem was möglich ist in Kontakt treten… sehr nett!

Abends noch ein sehr leckeres Hühnchencurry local Style dann ab ins Bett.

 

Dienstag, 26.1.

Stadtbesichtigung … ein altes Kloster, das die Frau des zweiten Königs gründete, ist zwar ein wenig marode, wartet aber mit wundervollen Holzarbeiten auf … es ist ein wohlige Atmosphäre und ein Mönch (wie ich erfahre, der Klostervorstand), erklärt einem Ehepaar ausladend … ich komme mit den beiden ins Gespräch – sie sind Myanmar, leben aber in London und die Dame ist für BBC und in eigener Sache unterwegs… sie sei die Ur-ur-ur-ur-Großnichte (o.ä.) dieser Königin…

Weiter geht´s mit dem Tuktuk zu einer heiligen Höhle im Umland… Hunderte von Buddhas ruhen hier in den verschlungenen Höhlengängen und werden gehuldigt. Frauen beten vor ihnen, bringen Opfer dar. Eine friedvolle und belebte Atmosphäre herrscht in allen Winkeln.

Zurück im Hotel bin ich heute mal faul … auch das Wetter ist etwas trüb, so dass ich mir ein heisses Bad einlasse und mich ausruhe bei Fotos gucken und lesen.

 

Mittwoch, 27.1. – von Mawlamyine nach Hpan-An

Mit dem Boot geht es die drei Stunden den Fluß hinauf. Eine großartige Landschaft rechts und links des breiten sandigen Flussbettes – Bananenplantagen, Bohnenranken, Kokosnusspalmen, Mais- und Reisfelder. An einer breiten Flusstelle sind plötzlich ganz viele Fischer unterwegs – mit Netzen. Ein idyllischer Anblick.

Wir halten an einem Mon-Dorf und wandern einmal durch. Die Menschen sind neugierig, freundlich, herzlich! Sie winken, sagen Minga la bar, oder good bye. Die Kinder sind neugierig… es ist schön, dieses dörfliche Idyll hölzener Stelzenhäuser mit Bambusverkleidungen und Dächern aus Blättermatten zu durchwandern. Dahinter steckt natürlich mehr als das Idyll… erst seit kurzem gibt es hier Strom und die Menschen haben Mobilfunk… es ziehen moderne Zeiten ein. Was sie glücklich macht, wird aber auch ihre Kommunikation und Kultur ändern. Das kann man schon allerorten sehen: Jugendliche, die nur noch am Handy rumtippen, Familien, die in die Kneipe gehen, weils dort Fernsehen gibt. Ich wünsche ihnen, dass sie sich ein wenig ihrer alten Kultur erhalten können: das Zusammensitzen auf den überdachten Bänken an den Wegen, das sich treffen und ratschen an der Straßenküche… und sicher viele mehr. Den Wohlstand hat das Dorf darüber hinaus auch einer Arbeiterflucht zu verdanken… die Männer gehen nämlich nach Thailand zum arbeiten und schicken das Geld nach Hause. Die Grenze ist gerade mal 4 Stunden entfernt.

Am Ende des Dorfes wartet eine Schönheit auf uns: die Pagode des Mr Na Auk. Er war ein bedeutender Händler hier in Myanmar und wurde durch den Handel mit Teakholz sehr reich! Und er baute ein Kloster, eine Pagode und einige weitere Gebäude, die er hochherrschaftlich ausstaffieren ließ. Die Entarsienarbeiten, die Glas- und Spiegelmosaike sowie die geschnitzten Geschichtsbilder sind überwältigend! Eine wahre Pracht, die der große Händler hier hinterlässt. Und die Mönche dort kümmern sich um den Erhalt – mit den Spenden der Menschen, die hierherkommen um zu beten (oder die wenigen Touristen, die sich hier einfinden).

Nach einer weiteren Stunde Bootsfahrt treffen wir in Hpa-An ein. Ein kleiner Ort mit Clocktower, Market und einem wunderschönen See. Mein Guide lädt mich noch zum Essen ein in einer Curry-Bude mit ungefähr 50 verschiedenen Gerichten! Großartig! Dann liefert er mich im Hotel ab. Ein großartiger Trip, den ich mit einem Spaziergang um den See abrunde. Um halb fünf dann geht´s per Tuktuk los zu den Bat-Caves. Eine Höhle (natürlich wieder mit Pagode, die über steile Stein- und Eisentreppen zu erreichen ist), aus der jeden Abend pünktlich nach Sonnenuntergang Aberhunderttausende von Fledermäusen herausflattern! Und genau so ist es… über dem Felsen kreisen Adler und Falken und plötzlich geht es lso … ein nicht endender Strom von Fledermäusen macht sich auf die abendliche Jagd – und wird gejagt von den Vögeln. Ein unglaubliches Schauspiel!

 

Donnerstag 28.1.

Ein tagesfüllendes Programm in der schönen Landschaft rund um Hpa-An. Mit dem Tuktuk geht es entlang des heiligen Berges Mount Zwekabin Richtung Höhlen, Reisfelder, Kayin-Dörfer, 1.729 Buddha-Statuen und schlussendlich zum „Weinglas“ – einem Solo-Felsbrocken inmitten eines Sees, gekrönt von einer Pagode – und natürlich superheilig! Und wahnsinnig schön – alles …

Mein Guide hat eine Kajakfahrt vorgeschlagen – machen wir! Durch fettgrüne Reisfelder geht es in traumhafter Landschaft friedlich dahin! Eine ganz großartige Aktion auch wenn ich patschnass bin im Anschluss. Trocknen kann ich auf dem anschließend einstündigen Weg zu dem Kayin-Dorf. Eine Bevölkerungsgruppe, die sich nochmals sehr stark von den anderen unterscheidet. Sie sind strenge Veganer, die Männer tragen lange Haare, vorne zum Dutt gebunden, sie beten einen heiligen Kayun-Mann an, haben ihre eigene Kleiderordnung – und … sind eher Außenseiter der Gesellschaft. Viele wandern auch ab, denn der Komfort der Zivilisation lockt vor allem die Jungen raus aus dem einfachen Dorf mit seinen strengen Regeln hin zu den Annehmlichkeiten der Stadt. Der Dorfälteste und sein Sohn laden mich in ihr Haus ein… wir sitzen und ja – unterhalten uns (dank meinem Guide… ).

Zurück beim Kajakverleih gibt´s ein leckeres Lunch, bevor die nächste Attraktion angefahren wird… die Saddar-Höhle: unglaublich diese riesengroße Tropfsteinhöhle mit den irregroßen Säulen und Deckengebilden, die an riesige Kraken und Tiergestalten erinnern… immer wieder öffnet sich ein Lichttunnel, der dann natürlich einen heiligen Stein bestrahlt. Eine halbe Stunde geht die Wanderung auf und ab durch dieses riesige Höhlenlabyrinth. Und dann … am Ausgang – ein See und Fischerboote. Sie bringen mich zurück annähernd zum Ausgangspunkt durch einen Tunnel unter dem Felsen, entlang von Reisfeldern und durch kleine Teiche… unglaublich romantisch und dazu wunderschön umrahmt von malerischer Landschaft. Genialst!

Den krönenden Abschluss macht dann der Besuch der Kyauk Ka Lat Pagoda, einem Monolitischen Gesteinsbrocken, der sich aus einem See emporhebt wie ein Kelch, gekrönt von einer goldenen Pagode. Oben angekommen erlebe ich den Sonnenuntergang in Gelb-orange – schöner geht´s nimmer – oder doch? Klar: ich wandere noch um den See und warte bis der Himmel sich violett-blau-orange verfärbt und schieße mein Abendfoto mit Pagode vor diesem fulminanten Himmelsfarbenspiel. Ich bin mehr als begeistert!!! Und hundemüde ;-)

 

Freitag, 29.1.

Weiter geht´s… mit dem Bus von Hpa-An nach Kyaik Tho – 3 Stunden. Ausstieg… Motorradfahrer warten schon… schnapp und rauf auf die Maschine mit Gepäck (Wunder – der kriegt alles auf seine Maschine und mich dazu)! Gemütlich über eine fast unbefahrene Straße Richtung Golden Rock. Ein geiles Gefühl … wie Highway to heaven ;-). Dort angekommen gebe ich mein Gepäck in einem Hotel zum Lagern ab. Ich nehme nur das Nötigste mit – für eine Nacht im Tagesrucksack. Denn nun wird es abenteuerlich! Dies hier nennt man das Basiscamp. Hier werden alle Besucher der Golden Rock Pagode (Kyaiktiyo Pagoda) auf LKWs verladen… 10 Reihen mit je 8 Leuten besetzt… eng an eng. Ich darf in die erste Reihe – juhu! Sogleich bin ich Kicher- und Gesprächsthema der mich umgebenden Local People… sie probieren ihr englisch aus – ich verstehe kein Wort, sie mich auch nicht. Aber Hände und Füße, ein Lächeln und Gesten machen Kommunikation möglich! Wir haben viel Spaß!!! Los geht´s – Achterbahn-Fahren ist ein Dreck dagegen. Der Truck gibt Vollgas, Bergauf-/bergrunter, links und rechts in die Kurven – Haarnadeln! Genial! Hinter mir wird der einen oder anderen Dame schlecht… mir geht´s gut. Ich schäkere mit den Jungs um mich rum, mache Fotos und Videos. Wir lachen gemeinsam. Oben angekommen erwartet mich ein langer Weg voller Shops und Restaurants… ich denke – au weia, was für ein Rummel. Biege aber schnell in eine der Kneipen ab und genieße mit dem Blick über die wundervolle Berglandschaft bei Chicken-Curry und Cola mein Lunch – wohlverdient nach dieser abenteurlichen Reise! So – nun das Hotel Golden Rock ausfindig machen… mit wenig Englisch aber viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit ist klar… hier runter – etwa 15 Minuten. Tja, was ist schon klar ;-)) – ich laufe etwa eine halbe Stunde steilstens bergab! Teilweise muss ich Schlangenlinien über den Weg gehen, damit ich die Steilheit überhaupt erlaufen kann. Und komme an – traumhafte Anlage, traumhafte Lage! Nun also kenne ich den Weg schon, den ich im Dunkeln später hinabgehen werde… aber wieder hinauf? No way!!! Also – noch ein Stück runter und einen Truck bei der Collecting station bitten mich mitzunehmen. Mir helfen wiederum Einheimische (ohne ein Wort englisch zu verstehene… aber es klappt!). Ich sitze im Gepäckteil des Trucks – oder vielmehr hänge drin, wie ein Schluck Wasser in der Kurve – und derer gibt es bekanntlich viele. Geschafft – wieder oben angelangt… nun beginnen Mußestunden…

Es ist eine ganz spirituell-friedvolle und dennoch lebendige Stimmung hier oben. Die Menschen beten, geben Opfer, zünden Kerzen an, die Männer dürfen dem Rock Goldplättchen hinzufügen (Women not allowed). Sie nimmt mich ganz und gar gefangen, diese meditativ-andächtige Atmosphäre… ich laufe, sitze, schaue, beobachte … Stunden! Immer wieder kommen Einheimische und wollen ein Foto gemeinsam mit mir – und so komme ich auch zu einem wundervollen Foto von Marion mit Nonnen. Alle sind gut gelaunt, lächeln, lachen, freuen sich. Und sind dennoch andächtig. Eine großartige Mischung… Und irgendwann dann – das Zeitgefühl habe ich hier total verloren – beginnt der Sunset. Immer noch mehr local people kommen zu den Gebetsplätzen, zünden Kerzen und Räucherstäbchen an, es duftet allüberall ganz wunderbar. Die wenigen Touristen sind inzwischen fast vollkommen verschwunden, denn der letzte Bus geht um 18.00 Uhr nach unten. Die Einheimischen werden hier schlafen und beten und wachen und singen und essen … ich habe das Glück bleiben zu können, dank dem fußläufig (wenn auch steilst bergab) erreichbaren Hotel. Und ich bleibe bis die Sonne und das Licht verschwunden sind und die Menschen sich in ihre Einkehr begeben… da will ich nicht stören und mache mich auf den steilen, dunklen Rückweg (dank Taschenlampe ein wenig erhellt, so dass ich zumindets nicht über die Stufen stolpere) zum Hotel. Zwischendrin mache ich das Licht aus und bewundere den Sternenhimmel: hier kann man Sterne sehen die schon vor Tausenden von Jahren gestorben sind – ganz weit hinten im All – einfach fantastisch! Was für eine Vollendung meines Myanmar-Aufenthalts… ich kann es gar nicht glauben – so viel beeindruckende Schönheit!

Der nächste Morgen beginnt entspannt. Ich habe nichts vor! Genieße die Bergwelt, Ruhe und gute Luft… nein, ich gehe nicht noch einmal nach oben, denn der gestrige Abschluss wr perfekt. Es geht zurück nach Yangon und dann weiter nach Thailand. Ich bin so wunderbar erfüllt von diesem Land, habe großartige Bilder, Eindrücke und Erlebnisse in meinem Kopf und Herz … das alles darf sich jetzt setzen, intensiv verarbeitet werden und in ein Bilderbuch einfließen. Dafür nehme ich mir eine Woche Insel…

 

Kho Phangan, Thailand

Es geht von Yangon nach Bangkok, weiter nach Kho Samui per Flugzeug. Dort angekommen nehme ich mir ein Taxi zum Pier, denn nach Kho Phangan geht´s mit einem Schnellboot.

Die Loyfa Natural Lodge liegt wunderschön in einer eigenen Bucht mit weißem Pudersand und abendlichem BBQ am Strand… Paradiesisch!

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4 Antworten

  1. Barbara Raum sagt:

    War grade mit deinem Bericht 1/2 Stunde im Urlaub. Wann nimmst du nur die Zeit das auch noch alles so schön zu schreiben? Freu mich auf die nächsten Berichte, viel Spaß weiterhin.

    • Marion Lang sagt:

      Liebe Barbara, das freut mich, wenn ich dir Urlaub schenken konnte… ich schreibe jeden Abend ;-) – das ist dann immer eine schöne Zusammenfassung des Tages (vor allem für mich ;-). Liebe Grüße Marion

  2. Liebe Marion, danke für den tollen Bericht! Lass es Dir weiterhin so gut gehen und viel Spaß auf Kho Phangan :-) Habe mir das Hotel im Internet angeschaut, sieht ja super aus! Gaby

    • Marion Lang sagt:

      Dank dir liebe Gaby, ja das war eine klasse Zeit dort! Jetzt bin ich über Bangkok (geniale Stadt) nach Chiang Mai weitergereist… hier bleib ich erstmal ;-) Liebe Grüße zu euch!

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