Peking – eine faszinierende Stadt der Gegensätze

Peking, oder Beijing wie es hier heisst, hat auf mich vor allem wegen der Großen Mauer Anziehung ausgeübt. Einmal im Leben auf der Chinesischen Mauer stehen, diesem einzigartigen Bauwerk!

Und ich hatte einen Heidenrespekt vor dieser Stadt: 25 Millionen Einwohner, riesige Ausmaße und … na ja – nicht eben weltoffen?!

Und dann das …

29. Februar, 23.30 Uhr … am Flughafen Beijing

Kein Transfer ist da, mir schwant schon was… ein Taxifahrer organisiert alles für mich, Mr. Chang, er fährt mich zum Hotel und bringt mich noch zu Fuß durch die dunklen Gassen (ein nettes Viertel wie mir scheint, doch Peking ist nachts echt dunkel!!!). Dann die Überraschung. Ich bin erst ab morgen eingebucht, also ab 1.3.! Haha…

Auch hier widerfährt mir wieder Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Der nette Portier im Courtyard 7 telefoniert mit der Agency und einem naheliegenden Hotel. Ich checke dort ein für 1 Nacht und ziehe morgen dann also an meinen Bestimmungsort. Da ist was schief gelaufen – und gut gegangen ;-)

1. März – erste Gehversuche in Beijing

Hab mal ausgeschlafen bis 9.00 Uhr (war ja spät gestern ;-) – und dann: nix wie raus! Die Sonne scheint – und es ist bitter kalt! Brrrrr…. erstmal nen heißen Cappu und ein heißes Schokocroissant bei Starbucks. Jetzt geht´s wieder…

Ich laufe durch die Gassen des Hutongs: großartig!!!! Meiner heißt (unausprechlich) Nanluoguxiang Hutong. Dieser uralte Teil Pekings hat einen ganz eigenen Flair. Kleine steinerne Häuschen mit Holztüren und noch ganz wunderbar dekoriert von Chinese New Year. Kreuz mal quer laufe ich – sprich immer schön im rechten Winkel, denn so ist im Grunde genommen ganz Peking aufgebaut. Blocks und Quadrate mit jeweils Ringstraßen drumrum. Umrahmt wird das ganze Hutong an 3 Seiten von Straßen, an der 4. Von einem Kanal, der in den Houhai-See mündet. Sieht plauschig aus für den Sommer, mit Anlegestellen und Cafés – jetzt bedeckt eine Eisschicht das Wasser!

Genug gelaufen: ich gehe zum Courtyard 7 (meinem Hotel ab heute) und leihe mir dort ein Rad. Handschuhe hab ich mir auch gekauft – und los geht´s Richtung Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen). In der Schlange vor der Security spricht mich eine junge Frau an… sie sei aus Chendai (oder wie immer) und besucht ihren Bruder hier für 1 Woche. Wir unterhalten uns – sie spricht tolles Englisch! – und ich erfahre wider einiges über das Leben und die Menschen hier… sie sagte: „früher waren hier Millionen von Radfahrern – heute sind die Chinesen faul geworden, jeder fährt Auto.“ Stimmt – von wegen Radlerstadt: das Hauptverkehrsmittel ist neben dem Auto der Elektroroller… nix mehr mit 1 Million Bycicles (à la Katie Melua).

Die beiden laden mich zu einem völlig überteuerten Cafe ein, den natürlich ich bezahle: einmal reingefallen auf die Masche, gell Frau Lang. Gewusst hätte ich´s ja, aber leider nicht aufgepasst … (oder zu sehr vertraut, wie immer). Na ja, wenn´s weiter nichts ist.

Am Eingang zur verbotenen Stadt verabschieden wir uns. Ich möchte da rein … über 900 Räume in einem verwinkelten Palastkomplex mit riesigen Plätzen, prunkvollen Treppen und einem wunderschönen Garten nehmen mich ganz und gar gefangen! Großartig!!! Bis zur Schließung und bei bestem Nachmittagslicht bin ich in den Anlagen und freue mich über die nun schon fast leeren Plätze und Treppen. Ein wundervoller 1. Tag neigt sich mit der Sonne gen Ende. Ich radle zurück ins Hotel und beziehe nun endlich mein richtiges Zimmer in der originalgetreuen Hofanlage der typischen, hochherrschaftlichen Hutong-Bebauung mit mehreren Hausgruppen jeweils um Höfe arrangiert.

Jetzt noch hopp was essen (auf Empfehlung des Hotels sehr lecker ;-)) und dann Füße lang! Ich bin müde vom gucken und laufen.

 

  1. März

Jetzt kenn ich mich schon ein wenig aus. Beijing ist einfach zu verstehen… für heute hab ich mir die Olympischen Sportanlagen vorgenommen, aber erstmal geht´s 16 km durch Straßen und Gassen, an Parks vorbei und über Kanäle um dorthin zu gelangen – natürlich wieder per Rad. Auf Anhieb getroffen! Ich kaufe mir das Ticket für´s Birdnest und die Verkäuferin sagt, damit dürfte ich auch rauf (was auch immer das heißen mochte). Beeindruckend das Stadion, das natürlich jeder aus dem Fernsehen kennt. Ich mag die luftige Aluminium/Stahl-Konstruktion: mächtig und doch leicht. Also los… Treppen ohne Ende und immer wieder Einblick ins Stadiumsinnere. Massig Plätze und auf dem Spielfeld: Schnee! Wahrscheinlich war irgendeine Winterspielart hier zu gange….

Also weiter rauf. Und ja – da gibt es den Air Corridor. Nochmal ein Stockwerk mit dem Aufzug und dann ganz oben auf dem Dach eine Gittergangway! Meine mitgefahrenen Chinesen sind bange und gehen kein Stück weiter, denn unter uns klafft…. ja eigentlich nur das Stadiondach. Am Ende der Gangway ein Blick rein ins Loch des Birdnest und rundrum ein wundervoller Ausblick! Bingo!

Weiter geht´s auf dem 1,7 km langen und 500 m breiten Boulevard bis ganz nach hinten, wo mich der olympische Turm anlacht. Ein modernes Gebilde auf drei Säulenbauteilen und oben drei Rundbauten, wie eine Blume sieht er aus. Hier geht´s mit dem Aufzug in den 73. Stock. Schwups oben auf der offenen Aussichtsplattform! Und welch ein Glück, dass ich praktisch smogfreie Tage erwicht habe! Ich habe einen (für Peking) verhältnismäßig weiten Blick! Die Anlagen erstrecken sich unendlich. Richtung Norden breiten sich noch riesige Gärten und Wasseranlagen aus. Sicher ein tolles Naherholungsgebiet für freundliche Tage. Jetzt ist ja gerade leise der Frühling eingekehrt ;-)

Zum Schluss betrachte ich mir noch den Aquacube von außen, ein futuristisches Gebäude, das aussieht als klebten lauter Seifenblasen aneinander. Schöne Lichtstimmungen spiegeln sich in der blasenartigen Fassade…

Ich setze mich noch mal auf eine Bank zwischen Birdsnest und Wassercube als mich 4 gaggernde Mädels ansprechen. Kein Wort englisch aber „Foto knipsen“ hab ich gleich verstanden… ich also wieder mal das lange Model zwischen lauter kleinen kichernden Chinesinnen… nett … „sänk yu“ oder so ähnlich und schon sind sie wieder auf und davon.

Nach dem weiten Lauf und weiteren 16 km zurück radeln bin ich erledigt und auf was treff ich da – einen Mc-Donald – haha – den nehm ich wahr und zieh mir mal nen Big Mac rein. Schmeckt irgendwie anders… ich sitze allein am Tisch, eine vierköpfige Chinesen-Familie sucht einen Tisch. Ich lade sie mit Handzeichen ein, Platz zu nehmen. Mehr als verwundert und erfreut nehmen sie mein Angebot an… leider wieder kein Wort englisch außer „sänk yu“.

Gestärkt schwinge ich mich wieder aufs Rad und fahre zu den beiden Clock-Towern mit den angeblich größten Glocken Chinas… beeindruckende Gebäude, hochlaufen tu ich heute nicht mehr, zumal sie eh gleich schließen. Ich will ja noch zum Houhai-See. Und das ist dann eine wundervolle Überraschung! Hier tummeln sich die Chinesen zur Leibesertüchtigung und zum Spiel. Der See hat noch ne Eisschicht und die Ersten schwimmen schon drin, um anschließend kräftige Leibesübungen an Land zu machen, andere spielen Brettspiele, wieder andere Fußball mit einer Art Federball oder erfreuen sich am Tischtennis. Auf der Straße steht ein Musiker mit fetter Anlage und spielt für die Vorbeilaufenden und Stehenden Saxophone aus Leibeskräften (und da steht kein Hut zum Einsammeln von Geld!), an einer anderen Stelle klimpert jemand auf der Gitarre. Alt und Jung wandeln am Ufer entlang, derweil die Sonne langsam orangfarben gen Horizont zieht. Eine wundervolle Stimmung, der ich mich ganz und gar hingebe… Mein Rad schiebend laufe ich erst bis zum einen, dann bis zum anderen Ende. Dort – es ist schon langsam dämmrig beginnt das Nightlife Beijings! Die Häuser schreien in grellen Neofarben, aus allen Kneipen tönt Musik aller Stilrichtungen. Der totale Wahnsinn… da geh ich heute Abend noch mal hin!

Gesagt getan – nach einem kleinen Abendimbiss geht´s noch mal an den See. Wow – das ganze hat um 1000 Dezibel zugenommen, das Blinken der grellen Neonreklamen auch. Das Ufer des Sees ist hell und bunt weithin sichtbar! Auf der Straße versuchen Animateure die Klientel in die Bars zu holen… ich such mir mal eine aus, in der gerade eine Band spielt und trinke ein Bier. Nach der Band beginnt ein Gogo-Girl (sagt man so dazu?) an der Stange zu tanzen. Ha, jetzt hab ich so was auch mal live gesehen! Dann gibt´s noch ne Karaoke-Einlage und als die Band wieder zu spielen beginnt, rauschen mir schon die Ohren von der Lautstärke. Ich ziehe meines Weges laufe noch ein wenig durch den Hutong und die Uferstraße entlang und bin gänzlich erfüllt von diesem Tag! Ab in die Heia – morgen geht´s früh los!

 

  1. März

The Great Wall! Ich bin aufgeregt. Die Tour sei anspruchsvoll, 4 Stunden. Ich habe zu Essen und Trinken eingepackt. Ein Fahrer holt mich um 7.30 Uhr (nein, ich habe keine Tour mit dem Bus gebucht, die fahren nämlich an eine leicht begehbare, touristische Stelle mit Verkaufsständen und so … brauch ich nicht). Der Fahrer spricht kein Wort englisch – welch Wunder ;-). Dafür düdelt er mir leise zu seiner Musik im Ohr chinesische Songs vor… na ja. Etwa 2,5 Std. später bin ich am Anfangsspot meiner Wanderung auf der Chinesischen Mauer: das Westtor bei Jinshanling. Von hieraus bis zum Eastern Five Windows Tower sind es etwa 4-5 km. Los geht´s: Li, eine Chinesin – Souvenirverkäuferin – bietet sich an mich zu begleiten. Sie ist supernett und spricht auch etwas englisch. Ich nehme gerne an und bekomme dafür eine Führung und Erklärungen zu den einzelnen Türmen, zu den beiden Seiten der Mauer und zur Vegetation. Und das ist toll, denn – andernfalls – ich wäre gaaaanz alleine dort oben rumspaziert! Kein einziger Mensch weit und breit bis kurz vor Schluss, da kam mir dann ein junges französisches Pärchen entgegen. Unfassbar! Ich ganz alleine auf diesem Mauerabschnitt!

Li erzählt, dass sich im Sommer dort die Menschen in Reih und Glied dicht drängen – nicht vorzustellen! Ich genieße diese Einzigartigkeit umso mehr und erfreue mich wieder an einer relativ guten Sicht. Anfänglich geht es angenehm auf und ab, dann werden die Strecken zwischen den Türmen immer steiler… teils Treppenabsätze von doppelter Höhe und das dann 120 x hintereinander. Meine Waden beginnen langsam zu brennen. Noch heftiger sind die steilen Stücke ohne Treppen – einfach nur plan die Steigung hoch, zwischendrin mal eine Quer-Stufe zum einhalten. Wow – wirklich anspruchsvoll! Zwischendrin sind die Stufen auch weg, stattdessen purer Fels. Achtsamkeit ist angesagt! Und Langsamkeit ;-) ganz automatisch muss ich immer häufiger Pausen einlegen, die zweite Hälfte wird „difficult“ sagt Li. Ich merk´s. Die letzten drei Türme sind jeweils über steilste Auf- und wieder Abstiege zu meistern (ich hab ja keine Ahnung, aber ich kam mir teilweise vor, wie 100% senkrecht rauf). Dann winkt der „Five Windows Tower“ als letzte Etappe und ich bin froh auch das noch geschafft zu haben! Am Ziel – Yeah – und so stolz auf mich (und wieder einmal dankbar meinem Körper, der so prima mitmacht, die Füße, die Knie – nichts hat gemuckt!) Super!!!

Hier verabschiede ich mich von Li – nicht ohne dankbar ein paar Souvenirs gekauft und ein Trinkgeld oben drauf gepackt zu haben. Sie freut sich sehr und ich verabschiede mich herzlich. Von hier aus meistere ich den Abstieg (nochmals 40 Minuten) bis zum Parkplatz allein. Denn Li läuft zurück und hofft auf eine zweite Tour. Hut ab!

Zuhause angekommen gibt´s Wohlfühlprogramm für die Knochen, heiß duschen, schön einreiben und frische Wäschen, denn ich bin einmal durch. Und zwar komplett. Später gab´s noch ein butterzartes Steak (Energie für den Körper) und zwei Bierchen – frisch gezapft!

 

Nachts….

Ich schau mal auf mein Konto … huch oh Schreck! Abbuchungen – nicht von mir… mir schwant Arges. Die Beiden vom ersten Tag, der Café-Nep hat Folgen?! Bisher nicht bedeutend, grad mal 150 Euro. Aber meine Alarmglocken bimmeln… ich also Bank anrufen: haha geht nicht! Vom Handy aus keine Verbindung (später hab ich es hinbekommen… auch auf dem Handy muss VPN Express installiert sein, dann geht es!). Mit meiner lieben, guten Seele Andrea per WhatsApp telefoniert und sie hat alles gemanagt! Dickes DANKE an dieser Stelle!!! Großartig!

Morgen muss ich noch die Umsätze per Formular reklamieren und weiter beobachten. Wenn wieder was weggeht, lass ich die Karte sperren, was blöd wäre, weil die Erstellung einer neuen und vor allem die Zustellung kann sich schwierig gestalten. Wir werden sehen…

Erkenntnis (und Learning ;-): lass dich nicht zum Cafe einladen (eigentlich doof oder?). Na ja, vielleicht muss ich doch ein wenig misstrauischer werden (igitt, da sträubt sich´s mir – will ich nicht!). Tja – es ist wie es ist und ich werde zumindest auf diese Masche nicht mehr reinfallen.

 

  1. März

Mein Knochen-Wohlfühlprogramm hat gewirkt. Keine Auswirkungen von der gestrigen Mauerbesteigung! Juhu. Früh wach, also raus – oh weh… es ist kalt und nebelig. Macht nix. Heute fahre ich mit der U-Bahn zum Park des Himmlischen Tempels. Hier sollen sich die Pekinger insbesondere dem Sport und Spiel hingeben.

U-Bahn-Fahren ist einfach hier. Ich lasse mir an der Rezeption noch die Stationen in chinesischen Schriftzeichen aufschreiben (man weiß ja nie), dann geht´s los. Von meiner Station Nanluoguxiang mit der 6er-Linie eine Station bis Dongse, umsteigen in die 5er-Linie 5 Stationen bis Tiantandongmen (das ist das East-Gate des Parks).

Schon am Eingang höre ich Musik aus Lautsprechern mich empfangen. Hier wird schon mal getanzt, weiter am Sportplatz wird sich heftig durchbewegt, gedehnt und gestreckt – von alt bis jung – hier ist alles am sporteln, tanzen und spielen. An der nächsten Ecke haben 5 Frauen einen Heidenspaß beim Singen – mit Mikrofon-Verstärkung – es schallt, sie lachen und haben Freude, und – sie winken mir zu, lächeln!

Jaaaaa, endlich habe ich einen Ort in Peking gefunden, wo die Menschen fröhlich und zugewandt sind! Das geht auch weiter so… ich tanze mit, höre einem riesigen Chor zu (würde sagen ein chinesischer Flashmob), werde zur Bänderakrobatik eingeladen, klatsche mit zwei anderen Sängerinnen mit… Pure Fröhlichkeit! Schön zu wissen, die Pekinger können auch anders. Ich habe sie nämlich bisher nicht schätzen gelernt. Sie sind im Alltag, auf den Straßen eher selbstbezogene Egoisten, pochen auf ihr Recht, nehmen keine Rücksicht, schauen eher miesepetrig, abweisend… mit meinem Lächeln oder freundlichen Hallo-Nicken haben die meisten nichts am Hut gehabt… nur blöd geschaut oder weggeschaut. Hier ist das anders!

Ein merkwürdig besinnlicher Ort ist der Platz der verlorenen Steine. Eine kleine Grünfläche auf der 7 große runde Steine liegen… und drumrum stehen Chinesen, die jeweils ein Blatt Papier vor sich auf dem Boden liegen haben. Sie wollen nicht, dass ich fotografiere .. langsam dämmert es mir (anhand weniger entzifferbarer Angaben auf den Blättern): hier handelt es sich um Menschen, die jemanden vermissen! Ich kann Altersangaben erkennen, Jahreszahlen, Größenangaben, eine hat ein Bild drauf kleben… die älteste Zahl, die ich lese ist 1992 !!!! Welche Symbolik am Platz der verlorenen Steine… Gänsehaut.

Schräg gegenüber entlang der Wandelhallen spielen Männer Domino, Frauen Karten, es ist ein heimeliges Bild hier und ich genieße meine unbeobachtete Anwesenheit – übrigens wieder so gut wie alleine als westlicher Tourist. Erst als ich wieder gehe strömern Touris in den Park.

Die Tempelanlagen mit dem Rundaltar, dem Himmels-Echo und dem Fastentempel sind hochherrschaftlich – allerdings gibt das Licht heute nichts her für gute Fotos. Da konzentrier ich mich lieber auf die Menschen im Park und die weitflächigen Alleen und Gärten. Im Frühling, wenn es grün ist und blüht, muss es ganz prachtvoll sein. Jetzt ist halt noch Winter ;-). Nächstes Mal dann.

Nach einer kurzen Pause mache ich ich mich auf zu meiner Abschiedstour von Peking. Wieder mit dem Rad … durch verschiedene Hutongs, am Belltower vorbei, zum Lama- und Buddhatempel, durch die Guozijian Street (hier entsteht aus meiner Sicht so was wie ein Designviertel mit vielen Art-Shops) am Kunstmuseum vorbei hin zu – ja wieder – dem Houhai-See. Heute ist er mystisch in seinem grauen Gewand, passend zum Abschied eher ruhige und gemach. Na ja, ist ja auch erst später Nachmittag. Das Abendgeschäft wird sicher wieder gellend laut und grell ;-)

Noch ein Abendessen im Reefs und dann geht´s packen. Morgen früh geht es mit dem Schnellzug nach Shanghai. 1.238 km in 5 Stunden! Er fährt bis zu 310 h/km schnell und das wirklich wie auf Schienen! Wenn ich da an Myanmar denke. Haha, maximal 40 h/km und eine Geschaukel und Gehopple wie auf einem Rodeopferd. Welch ein Unterschied!!!!

 

P.S.: weil ich´s grad von Myanmar und China habe… in Myanmar hatte ich in kürzester Zeit einen Telecom-Shop und eine burmesische SIM-Karte. Hier in China kurve ich seit 4 Tagen durch die Hauptstadt und finde nur ganz wenige und die schütteln ausnahmslos den Kopf vor Unwissenheit …. selbst am Südbahnhof kein einziger Shop! Also: Zugtechnik und Telekommunikationstechnik sind zwei paar Stiefel ;-) In Zügen sind die Chinesen besser (dank deutscher Ingenieurskunst!).

 

So nun aber – Shanghai ich komme und freue mich auf deine warmen Temperaturen und alles was mich sonst noch erwartet!

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